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Am 28. September war es wieder soweit: Der 84. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie öffnete in Wiesbaden seine Pforten und empfing 4.500 Fach- und Assistenzärzte der Neurologie, Interessenten aus Pflegeberufen und etwa 200 Studierende. Damit bleibt die DGN-Tagung der größte deutschsprachige Kongress für Neurologie. Unter dem diesjährigen Motto „Zukunft braucht Neurologen“ fand in Wiesbaden auch erstmals das DGN(forum statt, in dem die Kongressteilnehmer insbesondere berufspolitische Themen diskutierten und die derzeit drängenden Fragen nach Nachwuchsförderung, Frauenanteil, aber auch Versorgungsstrukturen oder Patientenportalen besprachen.
Die Jungen Neurologen (JuNos) schafften dabei eine wichtige Plattform vor allem für die Studierenden und PJ-Studenten, die schon jetzt als potenzieller Nachwuchs in den Startlöchern stehen. Um ihnen Starthilfe zu geben und unter die Arme zu greifen, hatten die JuNos ein umfangreiches Einsteigerprogramm auf die Beine gestellt. Los ging es am Donnerstag mit dem Kongress-Guide: Haidar Dafsari aus Köln und Felix Bernhard aus Tübingen gaben Tipps zur Orientierung auf dem Kongress. „Was sind die interessanten Veranstaltungen, welche Seminare kann ich auch besuchen, wenn ich noch in der Vorklinik bin und wo lerne ich die für mich wichtigsten Experten kennen?“ - Die Ankündigung der obligatorischen Willkommens-Party am Donnerstagabend durfte dabei natürlich nicht fehlen...
Dass die Jungen Neurologen auch international vernetzt sind, erläuterte Dr. Natalja Holler. Sie gab einen Überblick über internationale Kurse, Kongresse, Workshops und Austauschprogramme, und informierte auch über die Möglichkeit, Stipendien für Kongresse zu erhalten. Wer sich seiner Berufswahl noch nicht ganz sicher war, kam spätestens beim Karriere-Coach auf den Geschmack: Moderiert von Dr. Martin Wolz, dem Sprecher der Jungen Neurologen stellten Prof. Dr. Jens Volkmann (Würzburg), Prof. Dr. Hubertus Köller (Hagen), Dr. Vivien Homberg (Bad Saarow), Dr. Elisabeth Rehkopf (Osnabrück) und Prof. Dr. Horst Hummelsheim (Leipzig) nicht nur sich und ihren Arbeitsalltag vor, sondern beschrieben vor allem, was für sie das Besondere an der Neurologie ist und was sie jungen Neurologen (und solchen, die es werden wollen) für ihre Karriereplanung empfehlen können.
Ein weiteres Highlight war die Science-Veranstaltung am Freitag, in dem es um grundlegende Kenntnisse für wissenschaftliches Arbeiten ging. Prof. Hans-Christoph Diener (Essen) erläuterte, wie ein wissenschaftliches Paper aufgebaut sei sollte, Prof. Alexander Storch (Dresden) beleuchtete die Möglichkeiten, Förderung für ein Forschungsprojekt zu erhalten und Prof. Lars Timmermann (Köln) demonstrierte den Teilnehmern, wie sich Forschungsergebnisse am besten präsentieren lassen.
Einer der schon im letzten Jahr sehr gut besuchten Höhepunkte des JuNo-Programms war die Survival-Veranstaltung am Freitag. Hier erfuhren die Teilnehmer von Assistenz- und Oberärzten, was es wirklich heißt, den ersten Nachtdienst in der Neurologie alleine durchzustehen und wie man Leitlinien oder klinische Behandlungspfade im Stationsalltag einsetzen kann.
Auch abseits der JuNo-Veranstaltungen kam der neurologische Nachwuchs voll auf seine Kosten: Nicht nur der Kongresseintritt war kostenfrei, auch die Veranstaltungen der Fortbildungsakademie konnte dank der Restplatzbörse von allen Studierenden besucht werden: In der Regel hatte man Glück und ergatterte kurz vor Veranstaltungsbeginn noch eine kostenfreie Restkarte zu den verschiedenen Seminaren.
Spätestens beim allseits beliebten Videoforum am Samstagvormittag konnte jeder, ob erfahrener Kongressteilnehmer oder Kongressneuling, auf vier ereignisreiche und bereichernde Tage zurückblicken. Über die JuNo-Plattform wurden wieder viele interessante neue Bekanntschaften gemacht, und den zukünftigen „KollegInnen“ schon mal auf den Zahn gefühlt.
Auch das Wiedersehen steht schon fest – auf der 85. Jahrestagung der DGN Ende September 2012 in Hamburg!
Bericht: Anne-Sophie Biesalski, Junge Neurologin |